Galilei, Goethe und Co. Freundschaftsbücher der Herzogin Anna Amalia Bibliothek
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Schema eines Stammbucheintrages im 16. Jahrhundert mit Wappen

Zu den ältesten Freundschaftsbüchern der Herzogin Anna Amalia Bibliothek gehören Exemplare des 16. Jahrhunderts mit Einträgen aus dem Adelsmilieu. Verbreitet waren vor allem kleine, hochformatige Lederbände, die leicht zu transportieren waren. Kostbare Wappenmalereien und illustre Namen – bis hin zu König Karl I. von England – machen ihren besonderen Wert aus. Die Anordnung von Text und Bild unterscheidet sich grundlegend von derjenigen späterer Stammbücher: Charakteristisch ist die Dreiteilung in ein mittleres Bild, einen darüber befindlichen Text A sowie einen unter dem Bild stehenden Text B. Häufig wird diese Dreiteilung durch das Einschreiben des Textes in gemalte Schriftbänder oder Kartuschen zusätzlich betont. Die Texte selbst bestehen oft nur aus einer Reihe von Initialen. Ausführliche Widmungspassagen fehlen, ebenso Angaben wie Ort oder Tagesdatum. Je höher eine Person stand, desto knapper fiel ihre Eintragung aus, und ein Fürst oder König konnte sich mit dem bloßen Vornamen begnügen.


Stb 118 – Hans Albrecht Schad (?–1652)

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Stb 118

Hans Albrecht Schad (?–1652)

Laufzeit: 1594–1620

Das Wappen der Schad innerhalb eines zweigeteilten Textes. Der Einträger nennt seinen Namen und erklärt, die Malerei in Auftrag gegeben zu haben. Abweichend vom gezeigten Schema folgt hier die Datierung: Dieses schrieb und besorgte die Malerei seinem allerliebsten Vetter, Johannes Albrecht Schad, Daniel Schad Junior, 27. Dezember 1602.

Stb 902 – Johannes Zorer (1588–1650)

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Stb 902

Johannes Zorer (1588–1650)

Laufzeit: 1607–1609

Der Wahlspruch Dem Kühnen hilft Fortuna wird durch die Bildbeigabe illustriert. Der Schild am linken Arm des Reiters trägt das Wappen der Familie Starck und verweist somit auf den Einträger selbst, den aus Esztergom stammenden Tobias Starck, der sich am 27. September 1608 im oberösterreichischen Schwerdtberg in das Album eintrug.

Stb 370 – Felix Kaplír von Sulevic (17. Jh.)

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Stb 370

Felix Kaplír von Sulevic (17. Jh.)

Laufzeit: 1621–1661

Je höher eine Person stand, desto knapper fiel ihre Eintragung aus. Ein Fürst oder König konnte sich sogar nur mit dem Vornamen begnügen, wie in diesem Fall: Eintragungen von Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz und seiner Gemahlin Elizabeth Stuart. Viele protestantische Anhänger Friedrichs trugen sich das Album seines Sekretärs ein, sogar König Karl I. von England und dessen Gemahlin Henriette Marie.